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 Villa von Near Asukai

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Near Asukai
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Do Jul 25, 2013 2:51 am

Langsam fuhren meine Finger durch meine nun schwarzen Haare. Ich hatte sie ohnehin färben wollen und nachdem Fallen mir gesagt hatte, dass die Sondereinheit mehr Informationen über mich hatte, als ich geglaubt hatte, ein Phantombild zum Beispiel, war es noch um einiges dringlicher geworden. Letzte Nacht hatte ich kaum geschlafen, das lag wohl daran, dass ich hauptsächlich geweint hatte. Wegen Thirteen und wegen Fallen. Ich war sicher nicht stolz auf das, was ich getan hatte doch ich hatte es ihr sagen müssen. Nur hatte meine Erklärung sie wohl nicht sonderlich überzeugt. Ich konnte verstehen, wenn sie mich jetzt hasste. Und wie es aussah, waren wir nicht mehr zusammen. Ich war selbst nicht sonderlich begeistert von mir, doch ich zwang mich, nicht zu emotional, sondern rational zu denken. Wenigstens hatte ich die Informationen, die ich brauchte und ich konnte mich jetzt nicht mit Liebe aufhalten, weil ich eine Menge zutun hatte. Ich musste das Hauptquartier räumen lassen, wir hatten drei oder vier Gebäude, auf die wir ausweichen konnten, ich würde das nehmen, das sich ebenfalls in der Innenstadt befand, weil das Offensichtliche sich schon früher als das Sicherste erwiesen hatte. Dann musste ich meinen Wagen loswerden und einen anderen aus der Garage nehmen. Außerdem sollte ich mich nach einer neuen Villa umsehen, in der alten alle Spuren beiseitigen und sie verkaufen. Ein altes Anwesen in der Nähe hatte es mir schon immer ein wenig angetan und es wäre mir wichtig, in Hannahs Nähe zu bleiben. Allein schon wegen ihres Pferdes und einfach auch, weil sie eine gute Freundin war. Die roten Augen waren natürlich auch ein Problem, wahrscheinlich musste ich zu Kontaktlinsen greifen. Ich stand auf, angezogen war ich schon seit fünf Uhr. Ich hatte ohnehin nicht mehr schlafen können. Jetzt ging ich vielleicht ein wenig aufmerksamer durch dieses Haus, da ich es bald verlassen würde. Die Villa hatte Matt gehört und sie hatte viel durchgemacht. Hier war viel passiert und doch hatten die Stimmen der Vergangenheit mich nie geschwächt, sondern mir Kraft gegeben. Meinen Wunsch nach Rache gestärkt. In dieses Haus würde ich nie zurückkehren. Okay, ich hatte genug Geld meine neue Villa an meine Wünsche anpassen zu lassen, aber die Geschichte eines Hauses konnte man nicht kaufen. Ein leichtes Seufzen entfuhr mir. Ich wollte zu meinem Bruder, mit ihm reden. Also verließ ich die Villa und fuhr zu ihm.

Weiter in: Rens Wohnung

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Near Asukai
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   So Nov 08, 2015 6:54 am

<< Hauptquartier der Legends

"Gegenüber auf der Straße steht ein Kaugummi-Automat, da kriegste auch Ringe her", gab ich zurück und schaffte es sogar, ein wenig zur grinsen. Verrückt, wozu er mich heute noch brachte. Am Ende ging es mir sogar noch halbwegs gut. Obwohl...das würde wohl einem kleinen Wunder gleich kommen. Doch wer war ich denn zu glauben, dass Ethan keine Wunder für mich vollbringen konnte? Hatte mir die Vergangenheit nicht bewiesen, dass er das eigentlich ganz gut konnte? Das größte Wunder war wohl, dass ich immer noch da war. Und dass es mit den Legends noch lief. Er hatte so viel dafür getan, vielleicht mehr als ich. Gerade in meinen Tiefphasen war es mir schwer gefallen, für das zu arbeiten, was meine Familie getötet hatte. Ethan hatte in diesen Zeiten oft das Ruder übernommen, mir die Ruhe gegönnt, die ich gebraucht hatte oder dafür gesorgt, dass ich se bekam, obwohl ihn niemand darum gebeten hatte - das hatte er immer von sich aus getan. Er hatte immer von sich aus alles gegeben. Dass Menschen so sein konnten... Es überraschte mich jedes Mal. Was ich von der Menschheit kennengelernt hatte, waren vornehmlich dunkle Seiten und Ethan und Ren bildeten die große Ausnahme. Wie eine gewisse Heiligkeit, eine scheinende Zuflucht, die so ganz unberührt von allen äußeren Einflüssen immer das blieb, was sie war. Vollständig gut und wunderschön.
"Ich denke gar nicht, Eth", seufzte ich nur auf seine Aussage hin, was offensichtlich gelogen war. Wenn es einen Menschen gab, der wohl am wenigsten von sich behaupten durfte, nicht zu denken, dann war ich das. Meine Gedanken rasten ständig, kreisten um all jene Dinge, die mich doch nie weiter brachten und zerstörten. Es war ein Segen und ein Fluch, so viel zu sehen und Details zu finden, die andere einfach übersahen. Nicht selten hatte ich mich gewünscht, einfacher zu sein. Würde ich nicht so viel bemerken, so viel hinterfragen, dann würde es mich auch nicht so sehr quälen. "Dann vergiftest du mich hoffentlich nicht", meinte ich auf seine Aussage hin und fragte mich gleich darauf, ob ich das tatsächlich hoffte.
Dass ich ihm zutraute, meinen Wagen unbeschadet zu meiner Villa zu fahren, war ja wohl klar und so kam es schließlich auch. Ich hatte auf der Fahrt geschwiegen und mich gefragt, was ich tun würde, wenn er tatsächlich mal nicht mehr da war. Ich kam zu keiner Antwort. Wieder ein Punkt, den ich hasste. Warum musste ich so flapsige Aussagen aufnehmen und analysieren? Warum musste ich mir die Szenarien bildlich vorstellen und meine Reaktionsmöglichkeiten auflisten? Warum musste ich auf Teufel komm raus versuchen, auf alles vorbereitet zu sein und wenn es nur das abwegigste, unwahrscheinlichste und dümmste Szenario der Welt war? Die Tatsache, dass ich auch auf diese Fragen keine Antworten fand, drückte meine Laune, die ohnehin schon im Keller lebte, immer mehr auf den Erdkern zu.
Im Haus angekommen, sah ich mich eine Weile unschlüssig um, betrachtete die Katze dabei, wie sie eine Plastikmaus zwischen ihren Pfoten hin und her warf, ehe sie zu mir trabte und um meine Beine strich. Die Putzfrau hatte sie gefüttert, das wusste ich, weswegen es nicht der Hunger sein konnte, der sie zu mir trieb. Vielleicht hatte sie mich ja wirklich einfach nur vermisst. Ich nahm sie auf den Arm und drehte mich dann zu Ethan um. "Danke für's Fahren", sagte ich leise, sah dann weg. Ich wusste nicht wohin, nur nicht in diese Augen. Und was jetzt? Ich wollte nicht alleine sein. Aber ich konnte ihn auch schlecht bitten, hier zu bleiben, wo ich doch ohnehin schlafen wollte. Oder?

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Nov 13, 2015 12:46 pm

Wir sprachen beide während der gesamten Autofahrt kein Wort miteinander. Da ich schon ein paar Mal bei Near gewesen war, wusste ich auch wo ich hin musste, das hieß dieser Punkt für eine mögliche Konversation fiel ebenfalls weg. Doch ich wollte ihm auch keine unnötige Unterhaltung aufzwingen. Dennoch. Ich konnte es nicht vermeiden, ihn aus dem Augenwinkel regelmäßig besorgt anzusehen.

Bei Near zuhause angekommen beschlich mich das normale Gefühl, das ich hier immer hatte. Dieses Haus war verdammt nochmal riesig und er nur eine einzige Person. Ich verstand nicht, wie er das schaffte hier alleine zu leben. Mich persönlich würde es jeden Tag mehr herunter ziehen, wenn mir dieses riesen Haus jeden Tag vorhielt wie allein ich eigentlich war. Aber wenn ich ihn so ansah, gab es wohl sowieso andere, wesentlich größere Punkte, die an seiner Psyche kratzten, da war das wahrscheinlich einfach nur ein einziger kleiner Aspekt unter vielen. Außerdem reagierte Near bestimmt nicht aus stark aufs allgemeine alleinsein wie ich.
Die Katze, die sich nach einer kurzen Weile zu uns gesellte brachte mich zum Lächeln. Ich mochte Tiere. Mit einem kurzen Gruß an das Tier gerichtet kraulte ich sie kurz zwischen den Ohren, als Near sich wieder zu mir umgedreht hatte. "Nichts zu danken, Kleiner", grinste ich. "Ich bin nur froh, dass ich beim Parken keine deiner anderen Karren zerkratzt habe."
Ich sah mich kurz unschlüssig um. Ich wollte ihn in einer Situation wie dieser nicht alleine lassen. Mal davon abgesehen, dass niemand, selbst der stolze Near Asukai, in einer Situation alleine sein sollte, wusste ich aus eigener Erfahrung, dass die eigenen Gedanken viel lauter schrien, wenn man nichts hatte, was sie überdecken konnte. Auch wenn ich die ganze Zeit versucht hatte nicht aufdringlich zu sein, jetzt war es mir egal. Ich wusste nicht, ob er mich sonst nicht vielleicht wegschicken würde. Wie ich ihn kannte, wollte Near selbst sich diese Schwäche nicht zulassen und ganz bestimmt nicht noch vor einer anderen Person. Aber verdammt, dieser Junge war mir so wichtig wie fast kein anderer, also würde ich dafür sorgen, dass er keine Dummheiten machte. Er musste ja nicht einmal mit mir reden, wenn er das nicht wollte, er sollte nur verdammt noch mal wissen, dass er mit all der Scheiße nicht alleine war.
Also schlag ich einen Arm um Nears Schultern und zog ihn in Richtung Treppe, also Richtung Schlafzimmer. "So Kleiner, Onkel Ethan liest dir jetzt noch eine gute Nacht Geschichte vor.", grinste ich. Damit war die Sache entschlossen. So schnell wurde er mich nicht los. Somit hatte ich wohl doch einen Job für heute gefunden. Die Psyche meines Chefs.
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Near Asukai
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Mi Nov 18, 2015 11:30 am

„Du sagst das wirklich, als wären das so viele“, seufzte ich und küsste meine Katze zwischen die Ohren. Sie schnurrte schon wieder ein kleiner Motor. Ich war wirklich froh, dass ich sie hatte. Ansonsten würde ich mich in meiner Villa wohl oft ziemlich einsam fühlen. Nicht, dass ich das nicht oft genug tat, aber wäre die Katze nicht, wohl noch mehr. In den letzten Wochen hatte ich tatsächlich mehr Zeit in der Firma oder im Stall verbracht, als in meinem Haus. Und wenn ich hier war, dann packte ich mein Leben in Kisten und bereitete mich darauf vor, meine Kindheit endgültig hinter mir zu lassen, dieses Haus zu verkaufen. Ich sah immer noch die Blutflecken an der Wand, auch wenn sie längst überstrichen waren und ich wusste immer noch, wie damals die Möbel standen, auch wenn ich das Haus komplett neu eingerichtet hatte. Es hatte mich stark gemacht und es hatte mich innerlich zerstört. Jetzt konnte es mir nichts neues mehr geben und nicht einmal die Erinnerungen wirkten noch kostbar – also war es wohl Zeit zu gehen. Wenn ich mich jetzt im Haus umsah, stand eigentlich nur noch das Nötigste draußen. Einige Möbel waren sogar schon abgeholt worden, eigentlich musste ich nur noch die letzten Sachen einpacken und dann war ich weg hier. Meine neue Villa war zwar nicht weit von hier, aber ein wenig kleiner. Auf einem Hügel gelegen, mit genug Grundstück für Stall und Pferde, an sich aber gemütlicher. Und sie hatte eine höhere Mauer. Der schmiedeeiserne Torbogen hatte es mir auch irgendwie angetan. Im allgemeinen hatte das Anwesen einen leicht viktorianischen Touch, der mir sehr gut gefiel. Möglicherweise gerade, weil es so gegensätzlich zu der modernen Villa war, die Matt mir hinterlassen hatte.
Seine Reaktion auf mein Schweigen überraschte mich und einen Moment lang, war ich zu verwirrt, um zu protestieren. Als das schließlich vorbei war, entschied ich mich dagegen. Ich wollte sowieso nicht alleine sein und er schien das erkannt zu haben. Also lehnte ich einfach nur einen Moment lang müde den Kopf an seine Schulter und seufzte: „Wenn Onkel Ethan das gerne möchte“, bevor ich mit ihm die Treppe zu meinem Schlafzimmer hochging. Zum Umziehen verschwand ich schnell ins Bad und sah ihn ein wenig unschlüssig an, als ich wieder im Zimmer stand. „Also...mein Bett ist groß genug, Eth, aber wenn du lieber auf der Couch pennen willst...müsste ich mal die Umzugskisten nach Bettzeug durchsuchen.“ Es dauerte einen Moment, bis ich mir darüber bewusst wurde, wie ich hier gerade vor ihm stand. Batman Boxershorts und ein Shirt, dass mir viel zu groß war, mit der geistreichen Aufschrift „Say hey if you're gay“ – und von dem ich nur wusste, dass es eigentlich Matt gehört hatte. Dazu ein unordentlicher Zopf und die Tatsache, dass ich jetzt abgeschminkt war und meine Augenringe noch besser sah. Ich hätte wohl genauso gut einen Serienabend mit meiner Katze veranstalten und über OTPs und Feels absolute Heulkrämpfe kriegen können. Selbstredend mit einer riesigen Schüssel Eis. Passend gekleidet war ich auf jeden Fall. Die traurige Erkenntnis war, dass Freitagabende bei mir inzwischen tatsächlich so aussahen. Zumindest, wenn ich früh genug Zuhause war, um nicht einfach absolut tot ins Bett zu fallen. Oder auf die Couch. Oder den Boden.

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Do Nov 19, 2015 6:30 am

Als Near wieder aus dem Bad kam, sah ich von meinem Handy auf. Ich hatte mich, als er sich umziehen wollte auf sein Bett gesetzt und mich mit meinem Handy beschäftigt, da ich nicht wirklich wusste, wohin jetzt mit mir.
Ehrlich gesagt, fand ich diese ganze Situation etwas seltsam. Irgendwie hatte ich diese Sache wohl nicht ganz zuende gedacht, als ich mich entschieden hatte, hierzubleiben. Oder wahrscheinlich hatte ich eher gar nicht gedacht. Es fühlte sich etwas seltsam an, bei Near zu schlafen. Klar, wir kannten uns quasi eine Ewigkeit -fast schon sein ganzes Leben lang- und ich wollte ihn wenigstens heute Nacht nicht sich selbst überlassen, aber dennoch: Es fühlte sich seltsam an. Allerdings nicht im negativen Sinne. Wirklich eine Beschreibung dafür fand ich selbst nicht. Kein Wunder. Gut mit den Gefühlen anderer Menschen umgehen können, aber von den eigenen Gefühlen keine Ahnung haben -Verdrängung der eigenen Gefühle stand bei mir an der Tagesordnung.
Bei einem Blick auf sein Shirt musste ich laut lachen und stand auf -Ich kannte es noch von Matt und meine Reaktion sah damals wie heute immer noch genau so aus. Im Stehen kam mein nasales "Heeeey" einfach viel besser, besonders, weil ich so dabei meine Hand in die Hüfte stützen konnte. Ich war eigentlich gar nicht so sicher, ob Near überhaupt wusste, das ich schwul war. Es war ja immerhin nicht so, als würde ich das jetzt besonders offen ausleben. Klar, ich hatte mich nach meinem Entzug geoutet, aber das war vor sechs Jahren oder so. Damals war er zwölf oder so und wahrscheinlich war es einigermaßen an ihm vorübergegangen, allein schon, weil Matt kurz darauf umgebracht wurde. Davor war ich mir dessen nicht einmal selbst bewusst. War aber vielleicht auch irgendwie gar nicht so unlogisch. Wenn man drauf und geil ist, ist es einem häufig ziemlich egal, womit man ins Bett geht, ob es jetzt eine Frau oder ein Mann oder auch beides ist.
"Wäre verlockend dich quer durchs Haus rennen zu sehen, aber ich denke wenn du meine pure Präsens erträgst, werde ich auch mit deinem Bett leben können.", grinste ich und spiele kurz mit seinem Zopf. Es bot sich einfach an. Ich hatte ihn noch nie mit Zopf gesehen, wenn man das bei der Länge seiner Haare überhaupt als solchen bezeichnen konnte, und so kurz wie er war, bot er sich perfekt zum dranherumspielen an. Nicht, dass diese Situation eigenartig genug war... Es war als würde der Schicksalsgott auf seiner Wolke sitzen und sich gerade einen Ast darüber ablachen, wie sehr er mich grade verarschen konnte.
Ich versuchte dieses Gefühl abzuschütteln, nahm meine Hand wieder runter, und musterte ihn eine Sekunde. Der Junge sah echt fertig aus. Ich wollte gar nicht wissen, wann er das letzte Mal vernünftig geschlafen hatte.


Zuletzt von Near Asukai am Do Nov 19, 2015 6:32 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : ADMIN-POWER)
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Do Nov 19, 2015 7:40 am

Ich hob bei seiner Reaktion auf mein Shirt leicht eine Augenbraue, lächelte dann aber. Das hatte ich nicht gewusst. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass es bei Ethan erstens nicht gerade offensichtlich war und ich zweitens sowieso davon ausging, dass all meine Mitarbeiter asexuelle, aromantische Wesen ohne Privatleben waren. Wohl einer der Gründe, warum ich sie manchmal so sehr mit Arbeit zuschüttete. Natürlich, ich sorgte mich manchmal um sie und irgendwie gehörten wir alle zusammen, wie eine kranke, kleine Verbrecherfamilie, aber eigentlich waren wir ja alle zum Arbeiten da und zum Reden gab es Pausen und Freizeit. Die meisten hatten ein Leben außerhalb der Legends, ja. Aber viel darüber wussten wir untereinander nicht. Man konnte sich vertrauen und einander wichtig sein, ohne Details zu kennen. Es war egal, was wir taten, wenn wir von der Arbeit kamen oder bevor wir zur Arbeit gingen, danach fragte niemand. Und das war auch gut so. Das schützte, was man nicht offenbaren wollte, das ließ die Freizeit Freizeit sein und das bedeutete, dass es immer einen Ort gab, an dem man sich vor der Realität DNCs verstecken konnte. Einen Ort, an den niemand aus dem Leben, das man zu ignorieren suchte, folgen konnte oder wollte.
„Okay“, antwortete ich nur. Es bedurfte ja nun wirklich keinem weiteren Kommentar meinerseits. Dass es mich absolut nicht störte, sollte er wissen. Immerhin war es recht offensichtlich, dass ich bisexuell war – mit einer Präferenz für Männer, allerdings. Und selbst, wenn ich es nicht wäre – ich kannte Ethan fast mein ganzes Leben lang, er war eine lange Zeit der einzige gewesen, den ich an meiner Seite zugelassen hatte und er war nachwievor der einzige, den ich in mein Privatleben ließ, weil er da einfach hingehörte. Er war ein wunderbarer Mensch und ich empfand tiefe Zuneigung für ihn. Warum zur Hölle sollte eine Banalität wie die Frage, ob er nun Männer oder Frauen, beides oder nichts davon oder was auch immer liebte, mein Bild von seiner Person ändern? Das war absoluter Schwachsinn und würde nie passieren. Das war mein Ethan, irgendwie. Auf so eine ganz komische Weise.
„Oh nein, wie furchtbar, deine Aura macht mir echt zu schaffen, Eth. Du killst meine vibes“, gab ich sarkastisch zurück und lächelte leicht, als er an meinem Zopf rumspielte, was er allerdings recht schnell wieder bleiben ließ. Das bot mir die Möglichkeit, endlich in mein Bett zu fallen und die Augen zu schließen. „Und wo bleibt jetzt meine Geschichte?“, fragte ich mit einem leichten Grinsen, schlug die Augen nochmal auf und drehte den Kopf zu Ethan.

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Do Nov 19, 2015 9:57 am

Nears Reaktion auf mein mehr oder weniger indirekte Outing fiel ziemlich... milde aus. Das überraschte mich allerdings nicht wirklich, da ich sowas schon von ihm erwartet hatte. Es passte nicht zu ihm, jemanden für seine Sexualität zu verurteilen. Mal davon abgesehen, dass es mehr als offensichtlich war, dass er selbst auch nicht heterosexuell war.
"Deine Geschichte muss warten, wenn du nicht willst, dass ich mich in meiner Motorradhose in dein Bett lege.", merkte ich mit dem Rücken zu ihm an, während ich schon aus meiner Hose schlüpfte. War nicht so einfach, wie man vielleicht denken könnte. Als ich fertig war, legte ich die Hose zusammen mit meinem Pullover auf einen der Umzugskartons, die im Zimmer herumstanden. Im allgemeinen standen viele davon hier herum. Es wirkte ganz so, als würde Near seine Sachen packen wollen. Verständlich eigentlich. Sogar für mich waren mit diesem Haus so unglaublich viele negative Erinnerungen verknüpft. Für ihn noch mehr. Schade allerdings. Immerhin hatte ich hier ja auch einen nicht unbeträchtlichen Teil meines Lebens verbracht und auch, wenn ich in den letzten Jahren weniger hier gewesen war, war mir dieses Haus noch immer wichtig geblieben und der Gedanke, nie wieder hierher zurückkehren zu können, stimmte mich irgendwie traurig.
Selbst nur noch mit Shorts und einem einfachen Top bekleidet legte ich mich darauf hin zu Near ins Bett. Wieder mal ziemlich seltsam. Aber ich schüttelte den Gedanken ab. Das war ja lächerlich. Ich benahm mich wie ein Teenager. Die Sache mit der Geschichte ignorierend legte ich fast selbstverständlich, neben ihm auf der Seite liegend, einen Arm um ihn zu zog ihn ein kleines Stück zu mir. "Sag mal, hast du vor umzuziehen?", fragte ich dann und sah zu ihm runter.

BLÄH...
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Do Nov 26, 2015 2:01 am

Tatsächlich musste ich zugeben, dass ich ein wenig überrascht davon war, dass Ethan so selbstverständlich einen Arm um mich legte und mich zu sich zog. Aber gut - es fühlte sich sehr gut an, warum also sollte ich mich beschweren? Es war warm so nah an ihm und unwillkürlich lehnte ich meine Stirn an seinen Hals und betrachtete mit leicht herunter geschlagenen Lidern das regelmäßige Heben und Senken seiner Brust. Ein seltsamer Gedanke schoss mir doch den Kopf. Er hätte ruhig das Shirt ausziehen können. Ich schob diese Überlegung auf meinen momentanen Zustand, den man mit jedem verdammten Recht "untervögelt" nennen konnte. Und trotzdem blieb der bittere Nachgeschmack, dass ich das aus den verschiedensten Gründen gar nicht erst denken sollte. Es fühlte sich seltsam an. Ich hatte Ethan nie mit diesen Augen gesehen. Er war einfach immer da gewesen und sein Bild war so vertraut, dass es sich beinah in meine Netzhaut gebrannt hatte und da war, wenn ich die Augen schloss. Ich hatte ihn kennengelernt, als ich vielleicht drei oder vier Jahre alt gewesen war. Wann hätte ich mir Gedanken darüber machen sollen, ob ich fand, dass er gut aussah? Ich meine...natürlich fand ich, dass er gut aussah, weil ich kein Mensch war, der Ästhetik ignorieren konnte oder wollte, ich registrierte so etwas immer sehr schnell, aber wann zum Henker hätte mir auffallen sollen, dass er so gut aussah? Auf diese verdammt nervige Weise, die mich dazu brachte, mir auf die Lippe zu beißen und mir der Nähe zu ihm erst richtig bewusst zu werden. Diese lästige Weise die ein leichtes Kribbeln in meinen Fingerspitzen hinterließ und einen Anstieg der Temperatur im Raum von mindestens 20 Grad bewirkte. Warum musste mir das gerade recht auffallen? Warum musste mir das überhaupt auffallen!? Hätte es nicht ewig so weitergehen können - ich hätte ihn für gut aussehend befunden und das Thema abgehakt, nie weiter darüber nachgedacht, was ihn attraktiv machte oder wie besonders er war und es einfach hingenommen, dass er eben nicht hässlich war? Nein, stattdessen musste es mir jetzt, während ich mit ihm in einem Bett lag, halb an ihn gekuschelt im übrigen und absolut untervögelt, auffallen. Am liebsten hätte ich meinen Kopf gegen die Wand geschlagen und "Sei asexuell! Jetzt! Sofort!" geschrien, bis es wirklich eingetreten wäre. Vielleicht, weil mir dann die Gehirnzellen für jegliches Ästhetik - oder Anziehungsempfinden gefehlt hätten. Aber das ging in der Situation natürlich nicht. Dennoch war es ein verlockender Gedanke, das musste ich schon zugeben. Und wann war ich eigentlich so armselig geworden? Ich hätte gern mein altes Ich zurück, bitte danke.
Nur...was war mein altes Ich schon? Ich nach Rens Entführung? Ich nach Jace? Ich mit Thirteen? Wobei mit Thirteen ja auch irgendwie so halb ohne Thirteen hieß. Was zum Fick war das Verhalten, zu dem ich zurückwollte? Absolute Depression, Aggressivität und Unterwerfung im ständigen Wechsel oder mein Verhalten in einer der geficktesten Lovestories, von der man je hören wird? Als wären wir Figuren in einem schlechten Roman gewesen, der mehr Smut war, als er zugeben wollte. Und irgendjemand im Autorenteam, das eigentlich nur aus geistig behinderten Affen bestehen konnte, hatte jetzt entschieden, dass es reichte und jetzt mal endlich einer draufgehen musste, um das Ganze noch dramatischer zu machen. Und jetzt...naja.
Unerwünschte Gedankengänge, wirklich. Und unerwünschte Erinnerungen. Mit einem Mal. Verdammt. In meinem Kopf war es Winter, gerade mal ein paar Wochen her und ich stand dicht vor Thirteen, die Arme um seine Mitte gelegt, halb unter seiner großen, schwarzen Lederjacke, während er sein Kinn auf meinem Kopf abgelegt hatte und den Rauch seiner Zigarette - Lucky Strike, ohne Zusätze - in den Himmel blies. Thirteen hatte das mit den Rauchringen nie hinbekommen, auch wenn er es sich gerne eingebildet hatte. Wie so vieles, was er sowieso nicht konnte. Das Ego dieses Mannes war größer, als das Bürogebäude der Legends. ...gewesen. Der Tag war wirklich arschkalt gewesen und an den Grund, warum wir draußen standen, er an sein Motorrad gelehnt und ich gegen ihn, erschloss sich mir nachwievor nicht. Es war nicht so, als hätte er nie in seiner Wohnung geraucht. Man, der Kerl hatte überall geraucht. Vielleicht sollte ich mich damit trösten, dass er sowieso innerhalb weniger Jahre an Lungenkrebs verreckt wäre und es so wenigstens irgendwie weniger unschön war. Als würde man ein Pflaster abziehen. Das tat auch immer mehr weh, wenn man es hinauszögerte und vorsichtig versuchte.
Ethan holte mich glücklicherweise zurück in die Gegenwart und ich sah kurz zu ihm auf. "Ja", antwortete ich zögerlich und lehnte die Stirn dann wieder gegen seinen warmen Hals. "Die Wagen kommen nächste Woche, ich hab auch schon 'n neues Haus. Ich denke, nächsten Monat wird das hier verkauft sein", seufzte ich und hielt einen Moment inne, ehe ich leise meinte: "Sorry, Eth. Ich weiß, du bist hier ja auch mal so gut wie Zuhause gewesen, aber...das muss einfach weg." Die Erklärung warum, würde er sich wohl selbst erschließen. Aus einem irrealen Impuls heraus richtete ich mich kurz ein wenig auf, nur um ihm einen kurzen Kuss auf die Wange zu hauchen und dann wieder in meine liegende Position, das Gesicht vor ihm verborgen, zurück zu sinken. Ehm. Okay. Ich wusste ehrlich gesagt selbst nicht, warum zum Fick ich das getan hatte. Aber... Shit happens?

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Do Nov 26, 2015 9:21 am

Mein Plan ging auf: Near rutschte noch ein Stück zu mir heran, sobald ich ihn in den Arm nahm. Ich war nicht wirklich gut mit Worten, da ich das Vokabular eines alten Hafenfischers hatte, also wollte ich ihm mit Gesten zeigen, dass ich für ihn da war, egal was war.
Dennoch musste ich zugeben, dass mich diese plötzliche Nähe, etwas überforderte. Innerlich hoffte ich, dass ich mir das plötzlich viel lautere Schlagen meines Herzens nur einbildete und hoffte inständig, dass er nichts davon mitbekommen würde. Dass sein Gesicht, das sich im Moment an meinem Hals befand, um gefühlte 10 Grad erhitzte, nahm ich in meiner eigenen Misere gar nicht richtig wahr. Ich hatte in letzter Zeit schon öfter gemerkt, wie schwer es mir fiel, in ihm nur noch den kleinen Jungen zu sehen, den ich im Spiel damals laut lachend mit seinem Zwillingsbruder zusammen durch die Flure dieses Hauses getragen hatte. Zu oft merkte ich, dass ich ihn nicht mehr nur besorgt oder fürsorglich musterte, sondern mit einem anderen Interesse, das ich versuchte zu vergessen oder zu ignorieren. Er war für mich immer nur so etwas wie ein kleiner Bruder gewesen. Dachte ich jedenfalls…
Mein Lächeln nahm einen traurigen Zug an, als er auf meine Frage antwortete, nachdem er sich an mich herangekuschelt hatte. Er hatte Recht. Das hier war echt wie mein zweites Zuhause. Nein. Es war die meiste Zeit meines Lebens wirklich mein Zuhause gewesen. Mehr jedenfalls als die kleine Wohnung meiner Mum, mit dem blöden Ficker, der mich gezeugt hatte, darin. Der hatte eh nie was Besseres zu tun, als an mir herumzumergeln .Auch als ich den Pillen verfallen war, die mein Leben vermeintlich so viel besser gemacht hatten, waren die Türen hier für mich immer offen und ich hatte quasi sowas wie eine Familie. Nicht, dass Matt für mich sowas wie ein Vaterersatz war, aber ich musste sagen, dass ich doch einiges von ihm gelernt hatte und er mich wahrscheinlich doch irgendwie zu einem besseren Mann gemacht hatte. Alles in allem fühlte ich mich also gerade etwas verloren. Dieses Haus und alle seine Bewohner hier waren wie ein sicherer Hafen für mich und die Aussicht darauf, nie wieder hier in dieses Haus zurückkehren zu können stimmte mich traurig. Dass mir nur noch einer dieser geliebten Menschen hier war, machte die Sache nicht besser… Wenigstens hatte ich noch Near. Bei diesem Gedanken drückte ich ihn einen kurzen Moment etwas enger an mich. Ich würde nicht zulassen, dass ihn diese grausame Welt letztendlich komplett zerstörte und ihn mir auch noch wegnahm.
Die nächste Aktion des dunkelhaarigen brachte mich erneut komplett aus dem Konzept und sorgte dafür, dass die Sorgen –ich fragte mich die ganze Zeit schon, welche Gründe wohl noch dahinter steckten, dass er dieses Haus verkaufen wollte- komplett aus meinem Kopf verschwanden. Mit einem Kuss auf die Wange hatte ich nicht gerechnet. Ein breites Lächeln bildete sich unterhalb meiner krummen Nase und wischte meinen sorgenvollen Blick einfach weg. Wenn er nur wüsste, was er damit gerade angerichtet hatte. Der Rhythmus meines sowieso schon flatternden Herzschlags schaltete in diesem Moment auf Kolibri um.
Das war echt nicht fair, Kleiner.“, murmelte ich und setzte mich ein Stücken auf, sodass ich ihn von schräg oben in die Augen sehen konnte. Einen kurzen Moment zuckte mein Mundwinkel unsicher. Ich war mir wirklich nicht sicher, was ich hier tat, aber nachdem ich genug Mut beisammen hatte und mich von dem Blick seiner wunderschönen, rubinroten Augen losgerissen hatte, beugte ich mich wieder über ihn und hauchte ihm erst vorsichtig, so als wolle ich nach Erlaubnis fragen einen Kuss auf die Lippen. Diese waren übrigens so überwältigend weich, dass es mir fast den Atem raubte. Diese Tatsache trug auch nicht wirklich dazu bei, dass ich mich besser beherrschen konnte. Beinahe unbewusst, wurde mein anfangs sanfter Kuss etwas fordernder und ich schob meine Hand langsam unter sein Shirt auf seinen Bauch.
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Nov 27, 2015 2:04 am

Ethans Worte überraschten mich ein wenig und ich blinzelte verwirrt, während er mir direkt in die Augen sah. Verdammt. Diese Augen... Seltsamerweise war mir, als wäre es nicht mehr nur, an wen sie mich erinnerten sondern eher...zu wem sie gehörten? Ergab das Sinn? Konnte er die Erinnerungen an Thirteen wirklich einfach wegwischen, obwohl gerade diese Augen mich an ihn denken lassen müssten? Und das hatten sie doch vorhin auch getan. Was...was war jetzt anders? War es, weil ich ihn generell anders sah? Weil ich zu müde war oder wieder unglaublich wach? Ich konnte mir beim besten Willen nicht erklären, was hier vorging. Ich wusste nur, dass ich dem...nicht abgeneigt war. Absolut nicht.
Viel Zeit, darüber nachzudenken blieb mir allerdings nicht, da ich im nächsten Moment Ethans Lippen auf meinen spürte. Zunächst sanft, fast fragend, was mich zu einer eher unsicheren Erwiderung brachte. Meine Gedanken hatten ausgesetzt und mein Herz schlug so schnell, dass ich das Gefühl hatte, es bis in meinen Hals zu spüren. Was tat ich hier? Was tat er hier? Und warum fühlte es sich so unglaublich gut an? Das war überhaupt die wichtigste Frage. Ich hatte absolut nichts dagegen, dass sein Kuss fordernder wurde, irgendwie gab mir das mehr Rückhalt, als ein so sanfter Kuss. Darauf konnte ich wesentlich besser reagieren. Das hatte also zur Folge, dass ich ebenfalls sicherer wurde und mit einer Hand durch seine Haare strich, während die andere auf seiner Brust ruhte, kurz unterhalb seines Schlüsselbeins. Ich wusste nicht, was ich hier tat und ich wollte es auch gar nicht wissen, weil es sich einfach alles so verdammt gut anfühlte. Seine Hand auf meiner Haut, seine Lippen auf meinen. Und ich bildete mir fast ein, dass es auch für Ethan zunehmend schwerer wurde, sich zu beherrschen. Da konnte ich ihn wirklich verstehen. Ich spürte schon die ganze Zeit, wie meine Beherrschung bröckelte und mit jeder Sekunde, die wir uns weiter küssten, mit jedem Moment, in dem wir sicherer wurden, brachen größere Stücke aus meiner Eismauer. Man konnte wortwörtlich sagen, dass sie weg schmolz, bei all der Hitze, die von Ethan ausging. Die deutlich angestiegene Temperatur war auch meine innerliche Ausrede dafür, Ethan von seinem Shirt zu befreien, das mir ja schon vorhin so negativ aufgefallen war.
Könnte ich in diesem Moment mehr als einen klaren Gedanken fassen, hätte ich wahrscheinlich genau an diesem Punkt gestockt und mich daran erinnert, wer er war, was er für mich war. Aber das war alles so...verschwommen. So nebensächlich, weil er gerade auf eine komische Art und Weise etwas ganz anderes wurde. Oder ich bildete mir das, aufgrund meines Zustandes, den ich ja schon definiert hatte, einfach nur ein. Das konnte auch sein. Wie auch immer, eigentlich war es mir egal. Ethan war einfach wesentlich interessanter. Da ich ihn wieder küsste, konnte ich ihn nicht direkt ansehen, wohl aber spüren, dass sich doch deutliche Muskeln unter meinen Fingern abzeichneten.
Obwohl es sich allgemein nicht mehr seltsam, sondern sehr gut anfühlte, wollte ich für den Moment selbst nicht weitergehen, sondern das ein wenig Ethan überlassen. Eigentlich hatte ich ja auch gar keine Ahnung, wie weit er überhaupt gehen wollte. Ob das in die Richtung ging, die er sich vorgestellt hatte oder schon zu weit. Fuck. Ich würde manchmal viel dafür geben, Gedanken lesen zu können.

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Nov 27, 2015 12:19 pm

Die Zustimmung, die von Nears allgemeiner Körpersprache ausging, ließ mich leicht gegen seine Lippen grinsen. Seine Hände auf meinem Körper sorgten nicht nur für eine leichte Gänsehaut an den Stellen, die sie berührten, sondern lenkten mich von dem Fakt ab, dass es unter Umständen falsch war, was wir hier machten. Immerhin kannten wir uns gefühlt schon das ganze Leben lang, mal ganz von dem Fakt abgesehen, dass ich fast zehn Jahre älter war als er. Fuck, ich war ja fast so pädophil wie Heidis Großvater…  Jetzt noch einen Rückzieher zu machen, würde allerdings an puren Wahnsinn grenzen und ich fragte mich ernsthaft, ob ich überhaupt dazu fähig wäre.
Ich kommentiere den Fakt, wie schnell er mir das Shirt vom Körper zog nur mit einem breiten Grinsen meinerseits. Wenigstens konnte ich es mir mit der Zeit wieder leisten und sah ohne Shirt nicht mehr ganz so aus, als würde ich gleich den Hungertod sterben. Die Stunden, die ich in der Woche im Fitnessstudio verbrachte, lohnten sich wenigstens.
Mittlerweile kniete ich mehr über ihm, als ich neben ihm lag. Kurz richtete ich mich auf und strich mir die Haare aus dem Gesicht. Sie waren ansonsten überall und waren um unsere Gesichter gefallen wie eine rote Decke über unseren Köpfen. „Weißt du, vor nicht einmal zwei Stunden sagtest du was von wegen ‚Langsam Tiger‘ und jetzt kann es dir gar nicht schnell genug gehen. Das sind ziemlich verwirrende Signale, die du mir da sendest.“, stichelte ich ihn etwas und lächelte zu ihm herunter. Es war allerdings bestimmt nicht so, als würde ich mir hier besonders viel Zeit lassen wollen, ich konnte mich ja sowieso schon nicht wirklich beherrschen. Noch weniger, wenn ich gerade von hier einen perfekten Ausblick auf den jungen Mann unter mir hatte. „Du machst mich noch verrückt, Kleiner“, grinste ich leise und beugte mich wieder zu ihm herunter, um ihm ebenfalls aus dem Shirt zu helfen. Den nun neugewonnenen Freiraum nutzte ich, um seinen Hals zu küssen.
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Mi Dez 02, 2015 11:05 am

Dass Ethan sich aufrichtete, hatte auf jeden Fall einen deutlichen Vorteil: ich konnte den Blick ein wenig über seinen unbekleideten Oberkörper schweifen lassen. Und war sichtlich zufrieden mit dem, was ich sah. Dafür musste er kein Bodybuilder sein, Gott bewahre, das fände ich eher unattraktiv. So, wie er war, war er in meinen Augen absolut anziehend. Auch, wenn ein bisschen mehr nicht geschadet hätte, per se zu wenig war es auf keinen Fall. Mit einem durchaus zufriedenen Lächeln fuhr ich die Linien seines Schlüsselbeins nach und dann ein wenig über seine Brust, während ich mich halb aufsetzte, um ihm einen kurzen Kuss auf den Hals zu hauchen. Bei einem blieb es allerdings nicht und irgendwie konnte ich fast wetten, dass ich da gerade Spuren hinterließ, von denen er morgen noch etwas haben würde. Ich konnte dieser Versuchung einfach nicht widerstehen. Warum, konnte ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht, weil ich die lästige Angewohnheit hatte, sehr eifersüchtig zu sein und ich irgendwie klar machen wollte, dass er.... Ja, was eigentlich? Dass er mir gehörte? Das tat er nicht. Ich suchte nicht nach einer Beziehung und Ethan war ein freier Mensch. Man konnte Menschen nicht...besitzen. Und das wollte ich auch gar nicht. Nicht so vollständig, wie es das Wort verlangte. Aber irgendwie...
Ethan wischte den Gedanken weg und ich verdrehte leicht die Augen, ließ mich mit einem Grinsen wieder in die Kissen fallen, wobei ich die Beine um seine Hüfte legte und ihn so ein wenig näher zu mir drückte. So hätte ich ihn sicherlich auch wieder zu mir runter bekommen, aber das erledigte er selbst, was wohl einfach daran lag, dass Ethan das hier so sehr wollte wie ich und wir uns beide nicht gut und nicht lange beherrschen konnten. Wann war die Anziehung zwischen uns so stark geworden? Wann hatten wir angefangen, einander zu wollen? Erst vor ein paar Minuten? Oder war da etwas Unterbewusstes gewesen? Wenn es wirklich erst vorhin angefangen hatte, dann war das ein neuer Rekord für einen Hochpunkt an Intensität, denn das hier tat ja sicherlich alles, aber es ließ mich nicht kalt. Nicht im geringsten. Dann würde ich auch an seinen Fähigkeiten zweifeln. Obwohl ich es schon öfter bemerkt hatte, dass ich bei, vornehmlich One Night Stands, ab einem gewissen Punkt eher apathisch wurde und die Sache viel eher über mich „ergehen“ ließ. Ethan hingegen weckte meine Leidenschaft. Faszinierend.
Seinen Kommentar quittierte ich mit einem leicht süffisanten Lächeln, das wirklich vortrefflich zu mir passte, und antwortete: „Weißt du, Eth, wenn man schneller denkt als andere Menschen, dann findet man auch schneller bessere Optionen.“ Ich hätte ihn gerne geküsst, aber Ethan hatte andere Pläne, gegen die ich allerdings auch nichts einzuwenden hatte. Mir entfuhr ein leises Seufzen, als ich seine Lippen auf meinem Hals spürte und seine Haut auf meiner. Eine Hand hatte ich in seinen roten Haaren, die andere auf seinem Rücken und in meiner momentanen Position konnte ich nicht viel mehr tun, als ihn zu streicheln, die auch auf seinem Rücken deutlichen Muskeln zu ertasten und zu genießen. Aber was wollte ich denn schon mehr? Ich war überaus zufrieden in dieser Situation. „Aber du“, gab ich leise auf seine Aussage zurück, musste mich aber innerlich doch ein wenig darüber freuen. Einen kurzen Moment lang, also bevor ich mich innerlich dafür verachtete, dass ich mich wie eine verliebte Dreizehnjährige bei ihrem ersten Mal benahm, schmiegte ich mich ein wenig an ihn und schloss die Augen, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Das war allerdings recht schnell wieder vorbei, da Ethan es auch vortrefflich verstand, mich abzulenken.

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Dez 04, 2015 8:21 am

Ich kam nicht mehr wirklich dazu, Near eine intelligente Antwort zu geben. Dafür war mein Kopf gerade schon viel zu leer gefegt. Mehr oder weniger. Vorrangig gab es allerdings nur ihn in meiner drogenzerfressenen Denkstation.
Das Gefühl seiner Haut auf meiner sorgte dafür, dass ich die zahlreichen Schnitte auf seinen Armen beinahe fast ignorierte. Sie fielen mir auf, ja, und kurz verdunkelte sich mein Blick und sogar meine schwammigen, verschwommenen Gedanken nahmen einen kurzen dunklen Ton an. Ich nahm nur meine Hand von seinem Oberarm, da ich ihm nicht noch mehr Schmerzen zufügen wollte, als die, die er sich selbst schon zugefügt hatte. Viel mehr beschäftigten sich meine Lippen jetzt mit seinem gesamten Oberkörper, bis ich am Bund seiner Boxershorts angekommen war. „Sorry Batman“, grinste ich mit einem gespielt betrübten Gesichtsausdruck, nachdem ich mich für einen kurzen Moment wieder aufgesetzt hatte, und befreite Near von seinen verbliebenen Shorts.

Die nächste Stunde war eine leicht verschwommene, bunte Mischung aus verschiedensten Emotionen. Ich hatte letztendlich jeden Zweifel darin verloren, dass diese Sache richtig war. Wie konnte etwas, das sich so verdammt gut anfühlte, falsch sein? Und, verdammt, ich war nie der besonders emotionale Romantiker gewesen aber ich hatte auch aufgehört, daran zu zweifeln, dass Near für mich immer noch nur wie ein kleiner Bruder war, sondern einiges mehr.
Liebe war für mich eine Erinnerung, die irgendwo in meiner Vergangenheit vergraben war und für mich in weite Ferne gerückt war, irgendwo in der Teenagerzeit gefühlt und dann vergessen, und ich war mir sicher, dass ich dieses flatternde Gefühl in meiner Brust nicht so nennen sollte, aber ich fand einfach keine bessere Beschreibung dafür. Ich lächelte kurz über meine eigene Torheit und strich mir übers Gesicht, während sich meine Atmung langsam wieder entspannte. Ich sah aus dem Augenwinkel rüber zu Near und drehte mich von meinem Rücken wieder auf die Seite, sodass ich ihn ansehen konnte. Eine kurze Weile grinste ich ihn einfach nur, ohne etwas zu sagen an, dann seufzte ich allerdings und setzte mich neben ihm auf. „Falls es dich nicht stört, geh ich kurz duschen“, seufzte ich und schwang die Beine über die Bettkante. Ich hatte ehrlich gesagt grade das Bedürfnis, einen kurzen Moment allein zu sein.

Die kühle, frische Luft tat mir sogar noch um einiges besser als das Wasser der Dusche gerade eben. Ich stand, nur mit meiner weißen Boxershorts bekleidet, auf der Terrasse von Nears Villa und rauchte. Die Kälte dieses Abends störte mich keineswegs. Sie weckte sogar wieder meine Sinne und sorgte dafür, dass ich wieder einen freien Kopf bekam. Nachdenklich sah ich zu, wie sich der Schnee, der am Abend zuvor bereits eingesetzt hatte, langsam auf dem Grundstück rundherum um das Haus auf dem Boden ansammelte. Wäre ich nicht gerade in meine Gedanken vertieft, wäre ich vielleicht davon fasziniert gewesen, da ich Schnee sehr mochte. Momentan stellte ich mir allerdings nur die Frage, wie ernst Near die ganze Sache hier eigentlich war. Ich kannte ihn schon lange genug, um zu wissen, dass diese Frage durchaus berechtigt war. Er war erstmal kein Mensch, der sonderlich auf Beziehungen aus war. Außerdem wusste ich, wie sehr er an Kodora gehangen hatte und wie sehr ihn sein Tod mitgenommen hatte. Und zu Letzt: Wer garantiere mir, dass er in mir nicht einfach nur weiterhin einen guten Freund sah und er sich einfach nur von mir hatte mitreißen lassen?
Wenn ich so darüber nachdachte, wollte ich gar nicht wieder nach oben zurück zu ihm und die Zeit gerade einfach nur so wie sie war einfrieren. In der naiven Einbildung versinken, dass ich gerade nicht der Einzige war, der nicht nur auf einen One-Night-Stand aus gewesen war. Das war auch einfach nicht mein Stil. Ich war kein Mann mehr für eine Nacht. Ich dachte Near würde das wissen.
Ich seufzte und atmete meinen letzten Zug an der Zigarette, welche bereits im Aschenbecher hier auf der Terrasse verendet war, aus. Kurz sah ich zu, wie er in den Nachthimmel aufstieg und sich langsam verflüchtigte. Dann verzog ich mich wieder nach drinnen, da mir langsam, durch die nassen Haare, mehr als nur kalt war. Fröstelnd verzog ich mich wieder nach oben. Es war wohl Zeit sich langsam mal wieder zu benehmen, wie ein Erwachsener und nicht einfach wegzulaufen.
In der Schlafzimmertür angekommen lehnte ich mich an den Türrahmen und sah Near kurz an. Dann kratzte ich mich verlegen am Hinterkopf und sah zu meinen Klamotten, die immer noch auf dem Umzugskarton lagen, rüber. „Meinst du, es wäre besser, wenn ich jetzt gehe?“, fragte ich dann, mit dem Blick wieder auf ihn gerichtet.
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Dez 04, 2015 12:58 pm

Ich versuchte noch, meine Atmung so gut es ging unter Kontrolle zu bekommen, als Ethan sich zu mir drehte. Ich lag auf dem Rücken und hatte den Kopf zur Seite gedreht, sah ihn nun also direkt an. Bei seinem Grinsen musste ich ebenfalls lächeln, weil es einfach irgendwie ansteckend war und mich sein Gesicht irgendwie immer aufmunterte. Weil Ethans pure Anwesenheit leicht und angenehm war, nicht so drückend und klebrig wie die anderer Menschen. Ja. Klebrig. Ich fühlte mich nicht selten, als würde sich die Anwesenheit vieler Menschen schwer auf meine Brust legen und meine Atemwege verkleben, bis ich kurz vor dem Ersticken war und nur noch weglaufen wollte. Irgendwohin, wo keine Menschen waren, wo ich mich zurückziehen konnte und alleine war... oder eben zu Ethan. Zu dem einzigen Menschen, der mich, jetzt mal abgesehen von Ren, in den Arm nehmen konnte und damit wirklich dafür sorgte, dass es mir besser ging und nicht für einen Brechreiz. Ich ließ mich einen Moment lang von diesem Gedanken einen Moment lang dazu hinreißen, zu denken, dass das hier vielleicht mehr war, als eine einmalige Sache, ein Ausrutscher, ein Fehler im Plan, und strich ihm eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht, ehe ich die Hand wieder sinken ließ.
Mit halb geschlossenen Augen lag ich schließlich da und registrierte nur am Rande, dass ich irgendwann alleine war, weil der Moment vorbei war und düsterere Gedanken sich eingeschlichen hatten. Ich hatte Angst. Angst vor dem, was morgen früh sein würde. Es war absolut absurd zu denken, dass Ethan mich verletzen würde, wenn ich mich wirklich auf...mehr einließ und da ich ihn kannte, konnte ich mir denken, dass er das wohl wollen würde. Und ich wollte es doch auch, oder? Irgendwie. Ja. Nein. Verdammt. Ich hatte keine Ahnung. Es war absurd Angst zu haben und doch war sie allgegenwärtig. Und quälend. Seufzend drehte ich mich auf den Rücken und starrte an die Decke. Was sollte ich tun? Ich war nicht bereit. Das ging zu schnell. Ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Ich konnte das nicht oder noch nicht. Vielleicht hatte ich es auch nie gekonnt. Und schon wieder dachte ich darüber nach, wie das alles eigentlich hatte passieren können. Wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann fühlte ich mich in Ethans Nähe schon länger...anders. Anders, als ich sollte. Oder wollte. Damals war da noch Thirteen, der mich davon abhielt, über alles, was in diese Richtung ging und einen anderen Menschen, als ihn betraf, nachzudenken. Auch nur eine Sekunde lang. Das hatte ich gar nicht gekonnt, da war nur er gewesen. Aber jetzt...? Jetzt merkte ich, dass meine Ausflüchte und Ausreden, es wäre nur pure Zuneigung, die ich für Ethan empfand, eine Mauer aus Lehm und Holz waren, die dem nächsten Regen nicht standhalten würde. Und es fühlte sich an, als würde ich Thirteen verraten.
Um mich von diesen Gedanken abzulenken und vor allem von meinen Ängsten, deren leise Stimmen quälend durch meine Gedanken flüsterten, stand ich auf und zog mich wieder an. Shirt und Shorts eben. Dann öffnete ich ein Fenster, zündete eine Zigarette an und verzog mich zurück unter die warme Decke. Ich hasste es, zu frieren. Wahrscheinlich hatte ich das Shirt allein deswegen wieder gebraucht, denn jetzt, wo Ethans Wärme auf oder neben mir fehlte, wurde mir furchtbar kalt. Abgesehen davon wollte ich nicht, dass er die Schnitte noch länger sah, denn jetzt wäre Ethan sicherlich in der Verfassung, das anzusprechen. Und das wollte ich mir und ihm ersparen. Bei diesem Gespräch konnte gar nichts gutes rauskommen. Frustriert bemerkte ich, dass ich aus dieser Kippe wohl nicht viel mehr Nikotin rausholen würde und drückte sie im Aschenbecher neben dem Bett aus.
Gut, dass ich mich rechtzeitig dazu entschieden hatte, mein Shirt wieder anzuziehen, um die Schnitte zu verdecken, denn nun hatte Ethan wohl entschieden, dass es draußen zu kalt war. Extrem schnelle Reaktionszeit, so mit klitschnassen Haaren, würde ich sagen. Ich zog leicht besorgt die Augenbrauen zusammen und lächelte leicht, ehe ich die Decke anhob und meinte: „Na komm schon her, Idiot.“ Als könnte ich ihn jetzt wegschicken. Ich wollte ihn doch bei mir haben. Es war nur...dass es sich irgendwie falsch anfühlte. Und ich Angst hatte. Aber auch nur, wenn ich alleine war. Wenn er da war, wenn er bei mir war, dann brachte er meine Ängste zum schweigen. Doch das reichte nicht. Er konnte nicht immer bei mir sein. Und ich sollte mir das aus dem Kopf schlagen. Das würde schon wieder vorbeigehen. Auch, wenn es mir einen heftigen Stich versetzte, so zu denken, musste ich mir einreden, dass ich diese Nacht hatte und mich dann wieder unter Kontrolle kriegen musste. Glücklicherweise musste ich nicht weiter darüber nachdenken, als Ethan sich wieder zu mir legte und ich mich kurzerhand an ihn kuschelte, den Kopf auf seiner Brust ablegte und sanft über seinen Oberarm streichelte. Es fühlte sich nicht mehr falsch an. Im Gegenteil. Und so hätte es bleiben können, läge es in meinen Möglichkeiten, die Zeit anzuhalten oder sie zurückzudrehen und all das aus meinem Leben zu streichen, was diese großen Ängste auslöste. Aber wer weiß...vielleicht wäre ich dann nicht der Mensch, der ich heute war. Vielleicht wäre ich ganz anders und zu dieser Nacht wäre es nie gekommen. Andererseits...dann hätte ich ihn nie verletzen müssen und ich war so verdammt kurz davor, genau das zu tun. Auch, wenn sich alles in mir dagegen sträubte. Ich hatte diese Nacht. Wir hatten diese Nacht.

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Mo Dez 07, 2015 6:01 am

Bei seiner Antwort schlich sich mir ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht. Ich vertraute zwar immer noch nicht darauf, dass das hier mehr werden würde, aber es war schön, sich wenigstens noch in der Illusion zu verlieren.
Glücklich, jetzt nicht nach Hause zu müssen, kroch ich zu Near unter die Bettdecke. Noch einen Vorteil hatte es, hier zu liegen. Da Near die ganze Zeit drin gewesen war, war er schön warm und ich konnte mich an ihm wieder aufheizen –nicht, dass ich das bei ihm nicht irgendwie auch geschafft hätte. Lächelnd legte ich die Arme um seinen warmen Körper, als er sich sofort an mich kuschelte und schmiege mein Gesicht an seinen Haarscheitel. Ich wollte so viel wie möglich aus dieser Nacht mitnehmen. Es war mir egal, ob ich vielleicht zu viel in meine Aktionen legte, ob mein Kuss, dem ich ihm auf die Stirn gab, zu viel ausdrückte. Ich wollte, dass er wusste, dass mir diese Nacht nicht unwichtig war, wie viel er mir bedeutete.
Danach hielt ich mich allerdings zurück. Ich wollte ihm auch nichts aufzwingen, was er nicht wollte. Auch wenn mir das verdammt schwerfiel. Ich konnte nicht von ihm erwarten, das gleiche zu fühlen, wie ich. Also schloss ich die Augen und legte den Kopf auf meinen Arm – selbstverständlich nicht den, den ich um ihn gelegt hatte.
Wenn es nach mir gehen würde, könnte die Welt jetzt genau so, wie sie war untergehen. Dann müsste ich wenigstens nicht den nächsten Morgen ertragen müssen und dieser Moment würde ewig dauern.
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Mi Dez 09, 2015 12:58 pm

In Ethans Armen schlief ich so gut, wie schon lange nicht mehr, doch der nächste Morgen war gnadenlos und die Schuldgefühle krochen mit den ersten Strahlen der Sonne in mein Schlafzimmer. Es konnte nicht viel später als sieben Uhr sein, als ich die Augen zum ersten Mal aufschlug und mich dicht an Ethans Brust gekuschelt wieder fand. Sein Arm lag noch immer auf meiner Seite und ich spürte sein Kinn auf meinem Kopf. Es musste fast aussehen, als würde er mich vor etwas beschützen wollen. Doch vor meinen eigenen Gedanken konnte er mich nicht beschützen. Ich seufzte leise, weil ich wusste, dass ich aufstehen musste, dass ich die letzte Nacht hinter mir lassen musste. Einen kurzen Moment lang weigerte ich mich dagegen, schloss die Augen wieder und lauschte Ethans regelmäßigem Atem. Ich konnte mich nicht davon abhalten, sanft durch seine langen, roten Haare zu streichen und eine ganze Weile so zu bleiben. Es war halb neun, als ich vorsichtig aufstand, duschen ging und mich anzog. Von da an folgte meine tägliche Morgenroutine. Und tatsächlich half sie mir ein Stück weit dabei, mich wieder zu fangen und diesem lächerlichen Spatzenherz, das hinter den Käfigtüren meiner Rippen flatterte, keine Beachtung zu schenken. Sobald sich die Gelegenheit bot, sollte ich übrigens diese lästigen Schmetterlinge, die in meinem Magen umher flogen und mich an einen Punkt zwischen Übelkeit und Aufregung trieben, in Wodka ertränken.
In der Küche wartete die Katze bereits auf ihr Futter und nachdem das erledigt war, zog ich meine Reitstiefel an und ging zum Stall vor der Villa, damit auch die Pferde ihr Frühstück bekamen. Darauf folgte Pferde putzen und aufsatteln, eine kurze Runde, um die beiden wach zu kriegen und schließlich auf die Weide zu entlassen – natürlich erst, nachdem ich sie erneut geputzt und ihnen ihre Winterdecken wieder umgelegt hatte. Boxen ausmisten war nicht unbedingt meine liebste Beschäftigung, gehörte aber einfach dazu. Und war verdammt anstrengend. Als auch das erledigt war, seufzte ich schwer und wischte mir mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Wäre die letzte Nacht nicht gewesen, wäre ich vor der Stallarbeit auch nicht duschen gegangen, denn das bedeutete jetzt, dass ich, wenn ich wieder drinnen war, direkt ein zweites Mal gehen konnte.
Gesagt, getan. Gut, dass die Villa mehr als ein Badezimmer hatte, so musste ich nicht wieder nach oben rennen und dabei womöglich noch Ethan wecken, damit er mich dann letztendlich noch in meiner Routine unterbrach. Das...konnte ich nicht wirklich gut haben und gerade jetzt wäre es alles andere als günstig für mich. In den Umzugskisten fand ich ohnehin die Klamotten, die ich brauchte, also musste ich nicht nochmal nach oben. Zumindest noch nicht. Ja, natürlich vermied ich es und ja, natürlich würde Ethan sich davon nicht in Luft auflösen und es würde auch nichts ungeschehen machen und irgendwann würde ich zwangsläufig mit ihm reden müssen. Doch ich wollte nicht in diese Augen sehen und sie all meine Illusionen darüber, dass ich mich wieder unter Kontrolle hatte, zerstören lassen. Doch genau das würde passieren. Bei all meinen Plänen ging ich davon aus, dass er vielleicht genauso wenig wie ich darüber reden wollte, dass es ihm vielleicht unangenehm war oder...irgendwie sowas. Aber was sollte ich denn tun, wenn er diese Treppe runterkam und mich anlächelte? Mit diesem verdammt umwerfenden Lächeln? Was sollte ich tun, wenn er etwas sagte, auf das ich nicht vorbereitet war? Hätte ich dann die Kraft, bei meinem Entschluss zu bleiben?
Eigentlich gab es auf all diese Fragen nur die Antwort, dass ich keine Wahl hatte. Mit dieser dumpfen Gewissheit verließ ich das Bad und machte Frühstück. Kaffee und Zigaretten für mich, Tee, Spiegeleier und Toast für Ethan. Was er sonst noch brauchte, konnte er sich einfach aus dem Kühlschrank nehmen, er war hier ja quasi Zuhause. Wieder hielt ich inne. Ja, war er. Aber ich bald nicht mehr. Nicht zum ersten Mal verursachte dieser Gedanke ein leicht mulmiges Gefühl und ich sah mich aufmerksamer um, als ich es sonst getan hatte. War es das wert gewesen? Für den Neuanfang? Konnte ich deswegen wirklich alles hinter mir lassen, was mir hier einmal so wichtig gewesen war? Konnte ich Ren und Ethan ihr altes Zuhause wegnehmen, nur weil ich es hier nicht mehr aushielt? Du hast doch keine Wahl mehr, sagte ich mir selbst. Der Kaufvertrag war unterschrieben. Bald würde die Umzugsfirma hier sein und meine Sachen in mein neues Anwesen bringen. Der Transporter für die Pferde stand schon seit zwar Tagen vor der Tür.
Ein wenig unsicher ging ich zurück zur Treppe und stand eine ganze Weile dort unten, hoffte immer noch, irgendein Wunder würde mich vor den nächsten Minuten oder Stunden oder was immer es werden würde, retten. Dann überwand ich mich, indem ich mir sagte, was für ein dummes, lächerliches Kind ich doch war, noch immer auf den Schutz und die Hilfe irgendwelcher Wunder zu hoffen und betrat erneut das Schlafzimmer. Ethan war schon wach, was mich allerdings nicht wirklich verwundern sollte. Es war nach zehn. „Frühstück ist fertig“, sagte ich nur, und versuchte ein wenig zu lächeln, weil ich aus Prinzip niemals 'Guten Morgen' sagte.

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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Jan 22, 2016 11:34 am

Ich wurde bereits am frühen Morgen einmal wach. Es musste vielleicht fünf Uhr sein, keine unübliche Zeit für mich um aufzustehen. Doch heute sicher nicht. Auf meinen Zügen bildete sich ein etwas bitteres Lächeln und ich warf einen Blick auf Nears Silhouette, die ich nur recht undeutlich im schwachen Licht, das zum Fenster hinein fiel, erkennen konnte. Für einen kurzen Moment spürte ich eine undefinierbare Kälte auf meiner Haut, von der ich nicht sagen konnte, ob ich mir sie nur einbildete oder ob es davon kam, dass ich noch immer nicht gerade viel bekleidet war. Ich legte noch einmal meinen Arm um ihn und rutschte wieder ein Stück an den jungen Mann heran. Sein Körper war angenehm warm. Mit angespanntem Kiefer merkte ich, wie er sich, im Schlaf dessen anscheinend unbewusst, an meine Brust kuschelte. Ich war immer noch nicht weniger entspannt, während ich langsam wieder in den Schlaf abdriftete.
Als ich das nächste Mal wieder aufwachte, war Near bereits weg und ich allein. Ich seufzte und drehte mich auf den Rücken. Ich hatte nicht gerade das Verlangen jetzt aufzustehen, denn was dem folgen würde war für mich ziemlich offensichtlich und wahrscheinlich unvermeidbar. Near hing noch viel zu sehr an diesem Hurensohn Kodora, als dass er sich auch nur in irgendeiner Art und Weise auf mich einlassen würde. Wenn ich ehrlich war, wusste ich selbst nicht, warum ich mich gestern auf diese Nacht eingelassen hatte, warum ich hier geschlafen hatte. Spätestens nachdem wir Sex gehabt hatten, hätte ich eigentlich gehen sollen. Mit einem resignierten Lächeln strich ich mir die Haare aus der Stirn und schaute an die Decke. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich diese selbstzerstörerische Ader hinter mir gelassen hatte. Das hier bewies mir wohl das Gegenteil. Vielleicht war ich auch einfach nur zu dumm gewesen, um zu bemerken, dass Near sicher nicht das gleiche für mich fühlte, wie ich für ihn. Was nutzte einem ein IQ von über 160, wenn man trotzdem zu dumm war, auf sich selbst zu achten. Verdammt, mir war nach Heulen zumute. Hätte ich wahrscheinlich auch getan, wenn in mir nicht irgendwas höllisch kaputt wäre und ich dazu überhaupt in der Lage gewesen wäre. Doch um solche Emotionen zuzulassen, müsste man wohl seine eigenen Gefühle verstehen können... So hatte ich für diese ganze Situation nur ein trauriges Lächeln und einen leisen Fluch übrig.
Nachdem ich mich etwas gefangen hatte und noch eine Weile apathisch an die Decke geschaut hatte -ich versuchte, irgendwie eine Idee zu bekommen, wie ich mit dieser Situation und dem unweigerlichen Zusammentreffen mit Near umgehen sollte- stand ich doch auf und zog mich an. Entsprechend weit war ich schon, als Near wieder nach oben ins Schlafzimmer kam. Ich schaute nur kurz von meinem Lederarmband, das ich gerade versuchte zu schließen, auf. "Danke, aber ich denke, ich mach mich gleich auf den Weg, ich muss mich wohl noch etwas einarbeiten, nicht wahr?", sagte ich ruhig und etwas ausdruckslos. Mein Kiefer spannte sich an und ich brauchte gefühlt eine halbe Stunde, bis ich dieses Armband endlich geschlossen hatte. Meine Hände zitterten unfreiwillig und ich musste mich zurückhalten, Near irgendetwas an den Kopf zu werfen. Ihn so leiden zu lassen, wie ich es grade unter der Oberfläche tat. Doch meine positiven Gefühle -diese enge Verbindung, die enge Freundschaft, oder auch romantische Gefühle übertraf- hielt mich davon ab. Er konnte auch nichts dafür, dass ich ein Idiot war, der in eine einzelne Nacht einfach viel zu viel reininterpretierte. Ich strich mir die Haare hinters Ohr und warf mir meine Jacke über die Schulter. "Man sieht sich, Chef.", seufzte ich und lief mit einer Hand in der Tasche, ohne ihn noch einmal eines Blickes zu würdigen, an ihm vorbei. Nicht, weil ich ihn verletzen wollte, ich war mir einfach nur nicht sicher, ob ich es nicht doch schaffte, zu heulen, wenn ich ihn jetzt ansah.
An der Haustür angekommen, blieb ich noch einmal kurz stehen und legte eine Hand an den Türrahmen. Und schaute mich noch einmal kurz um. Ich hoffte, dieses Haus würde mit seinem neuen Besitzer noch einige schöne Dinge sehen, wie damals, als es noch voll bewohnt war. Ich hoffe seine neuen Besitzer würden es zu schätzen wissen. Dann schüttelte ich meinen Kopf über mich selbst und meinen kleinen Gefühlsausbruch. Ich sollte mich nicht so anstellen. Das hier war nicht mein Zuhause und war es eigentlich auch nie gewesen, ich sollte aufhören, mir das einzubilden.

Ethan nach... Was weiß ich....? ._.
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BeitragThema: Re: Villa von Near Asukai   Fr Jan 22, 2016 1:16 pm

Sein Anblick traf mich mit der Wucht eines elektrischen Schlags, der mich eigentlich an die Wand hinter mir hätte katapultieren müssen. Ich wollte zu ihm laufen, diesem ausdruckslosen Gesicht Leben zurückgeben, ihn küssen, bis er wieder lächelte und einfach so nah bei ihm sein, wie nur irgendwie möglich. Aber eiskalte Fesseln hielten mich, wo ich stand und mir war, als fühlte ich den festen Griff eines Toten um mein Handgelenk. Ich schloss gequält die Augen, als er an mir vorbei ging und antwortete so gefasst wie möglich: „Ja...natürlich.“
Erst, als er weg war, ging ich etwas zittrig zum Bett, setzte mich und ließ die Tränen laufen. Ich wusste, dass ich der letzte war, der das Recht hatte, darüber zu heulen, ich war selbst Schuld, aber verdammt! Ich...ich hatte ihn aufhalten wollen, ich wollte ihm nachrennen, ihn festhalten und bitten zu bleiben. Aber ich konnte nicht. Der Druck auf meiner Brust war zu schwer, meine Gedanken zu furchtbar. Und das gerade, wo ich gedacht hatte, ich hätte mich etwas gefangen. Aber ewig konnte ich mich eben nicht gegen meine Emotionen wehren. Es war nicht nur wegen Ethan, es war einfach die gesamte letzte Zeit. Thirteen, Fallen, Ethan...dass ich das Haus verkaufte, die Arbeit, generell mein Leben... Momentan fühlte es sich einfach an, als ob alles scheiße wäre. Ich konnte einfach nur auf mein Bett fallen und heulen. Wie erbärmlich. Ich könnte mich nicht mehr hassen.

– Nach dem Sprung weiter auf dem Friedhof :3 –

_________________
Don't say I'm out of touch
with that rampant chaos - your reality.
I know well what lies beyond my sleeping refuge,
the nightmare I built my own world to escape.
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Villa von Near Asukai
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